Mediation – Fallbeispiel Fremdgehen

Liebe Interessierte, ich möchte Ihnen hier Fallbeispiele nennen, die mittels Mediation begangen werden können. Die Beispiele sind natürlich fiktiv. Ich unterscheide hier zwischen Mediationen in Unternehmen und Mediationen zwischen Privatpersonen.

Fallbeispiele:
Fremdgehen: Wenn ein Seitensprung die Beziehung erschüttert
Unternehmensmediation: Streit im Homeoffice

Fallbeispiel: Wenn ein Seitensprung die Beziehung erschüttert

Setting: Person A und Person B. Ob beide verheiratet sind oder Kinder haben, spielt für dieses Beispiel keine Rolle. Wir konzentrieren uns auf das Thema Fremdgehen. Auch das Geschlecht der Beteiligten ist unerheblich.

Person A und Person B sind seit einigen Jahren ein Paar. Anfangs fühlt sich die Beziehung wie ein Rausch an. Schnell ist klar: Wir ziehen zusammen. Die gemeinsame Zukunft scheint greifbar.

Doch mit der Zeit hält der Alltag Einzug. Die berufliche Situation ist nicht immer einfach. Zusätzlich erkrankt A über einen längeren Zeitraum. Nach und nach drehen sich Gespräche und gemeinsame Zeit fast nur noch um Arbeit, Termine und Krankheit. Nähe, Leichtigkeit und gemeinsame Erlebnisse treten immer weiter in den Hintergrund.

Irgendwann gesteht B, dass B Gefühle für eine andere Person entwickelt hat und es zu einem eher versehentlichen Seitensprung gekommen ist.

Für A bricht eine Welt zusammen. Neben der Beziehung ist auch das Vertrauen erschüttert. Fragen wie „Warum ist das passiert?“, „Hätte ich etwas anders machen können?“ oder „War unsere gemeinsame Zeit überhaupt noch etwas wert?“ stehen plötzlich im Raum. A verlangt den sofortigen Auszug.

Gleichzeitig beteuert B, A weiterhin zu lieben und hat das Bedürfnis, die eigenen Beweggründe zu erklären, die zu dieser Situation geführt haben.

Gerade in solchen Situationen bietet Mediation einen geschützten Rahmen. Es geht nicht darum, zu entscheiden, wer Recht hat oder wer Schuld trägt. Vielmehr erhalten beide Seiten die Möglichkeit, ihre Sichtweise darzustellen und gegenseitig besser zu verstehen.

Das Ziel der Mediation ist dabei ausdrücklich nicht, eine Beziehung zu retten. Manchmal führt die Mediation zu einem Neuanfang, manchmal zu einer bewussten Trennung. In beiden Fällen kann sie dazu beitragen, Klarheit zu schaffen und tragfähige Vereinbarungen für die Zukunft zu entwickeln.

Aufgrund der Trennung und den damit verbundenen Fragen wie Finanzen, Hausrat, etc entscheiden sich die beiden, hierfür nicht zu einem Anwalt zu gehen sondern zunächst eine neutrale Person, einen Mediator zu nehmen, um diese Dinge zu klären. Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen A und B lehnte A ab.

Die Mediation ermöglicht es beiden, über mich als neutrale Person miteinander zu kommunizieren. Zunächst schildern beide ihre Sichtweise. Dabei achte ich darauf, dass jede Person ausreden kann und nicht unterbrochen wird.

Anschließend sammeln wir Themen, die geklärt werden sollen. Dabei zeigt sich häufig, dass die Prioritäten sehr unterschiedlich sind. Während A vor allem praktische Fragen wie Hausrat, Finanzen und Wohnsituation beschäftigen, steht für B eher die Frage im Vordergrund, wie eine wie auch immer geartete gemeinsame Zukunft aussehen könnte.

Die Themen werden nacheinander bearbeitet. Die Reihenfolge bestimmen die Medianden selbst. Bei jedem Thema betrachten wir die dahinterliegenden Interessen, Bedürfnisse und Befindlichkeiten.

Ich bewerte als Mediator dabei weder die Gefühle noch die Lebensentwürfe der Beteiligten. Gemeinsam wird herausgearbeitet, welche Zukunftsvorstellungen die Medianden haben und welche Lösungen für sie persönlich tragfähig erscheinen.

Gerade bei der Interessenklärung entstehen häufig wichtige Aha-Momente. Hinter Vorwürfen werden Bedürfnisse sichtbar. Hinter Rückzug zeigen sich Verletzungen. Oft wird dadurch erstmals wieder ein offenes Gespräch möglich.

Die Beteiligten erhalten die Chance, sich gegenseitig besser zu verstehen. Das ist häufig ein wichtiger Baustein für eine gemeinsame Zukunft – unabhängig davon, ob diese als Paar oder getrennt voneinander gestaltet wird.

Am Ende der Mediation steht häufig eine konkrete Vereinbarung, die den Beteiligten Orientierung für die Zukunft gibt. Sie kann praktische Fragen wie Hausrat, Finanzen oder gemeinsame Verpflichtungen regeln, aber auch Absprachen darüber enthalten, wie Kommunikation, Freiräume oder gemeinsame Zeit künftig gestaltet werden sollen.

Nicht jede Mediation endet mit einer fortgesetzten Beziehung. Doch viele enden mit mehr Klarheit, mehr Verständnis und einem respektvolleren Umgang miteinander.

Vorteil gegenüber eines Rechtsstreits über Anwälte ist zudem der finanzielle und zeitliche Aufwand. Es muss nicht von Anwälten hin und hergeschrieben werden. Absprachen können direkt getroffen werden. Je nach Eskalationsstufe und Empfindungen kann eine Mediation auch digital oder ohne direkten Kontakt zeitversetzt stattfinden. Näheres erkläre ich Ihnen gerne in einem Erstgespräch.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen