Wie Partnerschaft gelingt – Spielregeln der Liebe von Hans Jellouschek

In meinem Urlaub hatte ich Zeit, intensiv das Buch „Wie Partnerschaft gelingt – Spielregeln der Liebe“ von Hans Jellouschek durchzuarbeiten.

Besonders inspirierend fand ich seine Gedanken dazu, warum Partnerschaften mit der Zeit in Langeweile und Routine abdriften können. So strebt eine Partnerschaft mit zunehmender Vertrautheit in Richtung Bindung und Sicherheit, in der das Paar jedoch zu einer undifferenzierten Einheit werden kann. Diese kann in Langeweile und Überdruss und letztlich Desinteresse umschlagen. Leidenschaft und auch Erregung lässt sich eher in Fremdheit finden, sie macht neugierig und weckt eine gewisse Faszination für das Gegenüber. Wie mit dieser Entwicklung umgegangen werden kann, ist ebenfalls Teil des Buches, lässt sich aber noch ausführlicher in dem Buch: Die Psychologie sexueller Leidenschaft von David Schnarch nachlesen, aus dem ich zu gegebener Zeit berichten werde. Denn die Kunst besteht darin, in seiner Partnerperson diese Faszination und Neugier aufeinander zu erhalten oder neu aufleben zu lassen. Die gelingt, wenn ein gewisses Maß an Eigenständigkeit erhalten bleibt. Eine weitere Ursache kann sei, dass sich ein Paar im Trubel des Alltags zusätzlich aus dem Blickfeld verloren hat. Der Paartherapeut und Theologe empfiehlt hierzu, wieder bewusste Momente der Zuwendung zu schaffen und Inseln für Spiel und Muße zu integrieren kann als weitere Methode für eine (wieder) erfüllende Partnerschaft angewendet werden.

Wachstumskrisen in der Partnerschaft

Auch Jellouscheks Blick auf Krisen als Wachstumskrisen wird mich in meiner Arbeit mit meinen Klient*innen sicher noch weiter begleiten, denn Krisen können auf Defizite innerhalb der Partnerschaft hindeuten und aufzeigen, was einem Paar eigentlich wichtig ist, was sie bewahren wollen und was sich verändern darf. Die Energie, die in einer Krise steckt, kann genutzt werden, um neue Wege und neue Einstellungen zu finden und zeigen, an welchen Stellen eine Schieflage ausgeglichen werden kann, um die Beziehung wieder bewusster zu gestalten.

Manchmal braucht es dafür einen Blick von außen. Professionelle Unterstützung kann dabei sinnvoll sein. Ich begleite mit einer Paartherapie Paare dabei, neue Perspektiven zu entwickeln, festgefahrene Muster zu verstehen und gemeinsam neue Wege zu erarbeiten – damit sie gestärkt aus einer Krise hervorgehen können. Es ist wieder spannend, wie neue Impulse den eigenen Blick auf Beziehungen verändern können – und wie viel Entwicklung möglich wird, wenn alle bereit sind, daran zu arbeiten.

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